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Mädchenarbeit in Gefahr!

Die Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik ist seit 2003 als Dachverband für freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe, Einrichtungen, Initiativen und Arbeitskreise für Mädchenarbeit und Mädchenpolitik in Niedersachsen tätig. 
Nach Auslaufen des niedersächsischen Landesprogramms „Lebensweltbezogene Mädchenarbeit“ werden die Belange von Mädchen in der Politik der Landesregierung unseres Erachtens nach nicht mehr angemessen berücksichtigt. Sie werden in der öffentlichen Diskussion vielfach als „Bildungsgewinnerinnen“ dargestellt mit dem Hinweis darauf, dass eine spezifische Förderung nicht mehr notwendig sei. Diese Sichtweise übersieht den Umstand, dass Mädchen strukturell gesehen zwar bessere Schulabschlüsse als Jungen erwerben, im Hinblick auf eine Integration in den Arbeitsmarkt jedoch weiterhin mit Nachteilen umzugehen haben. 
Im Rahmen ihrer Arbeit hat die LAG Mädchenpolitik eine niedersachsenweite Umfrage zum Status Quo der Umsetzung mädchenspezifischer Belange durchgeführt. Angeschrieben wurden alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen. Aus über der Hälfte der 46 kreisfreien Städte und Gemeinden, die in der Regel über die Gleichstellungsbeauftragten und die Arbeitskreise für Mädchenarbeit angeschrieben wurden, haben wir Rückmeldung erhalten. 
Es zeigt sich, dass in den letzten 3 Jahren in vielen Städten und Gemeinden Arbeitskreise zur Mädchenarbeit aufgelöst wurden. Weiterhin hat die Beteiligung an den AKs deutlich abgenommen. Als Hauptgründe für diese Entwicklung wurden genannt: Stellenstreichungen, Arbeitsüberlastung, Mehrarbeit oder Weiterführung vom Arbeitgeber nicht erwünscht. 
Eine Vielfalt der Arbeitsformen in der Mädchenarbeit lässt erkennen, dass die Angebote für Mädchen, sofern noch vorhanden, immer noch gut angenommen werden. Es ist davon auszugehen, dass ein kontinuierliches Interesse an Angeboten der Mädchenarbeit nach wie vor vorhanden ist. Dieser Bedarf lässt sich jedoch vor dem aktuellen Hintergrund einer Verringerung von Personalressourcen, Sach- und Honorarmitteln vielfach nicht aufrecht erhalten. Hervorzuheben ist hierbei im Besonderen der Personalabbau im Bereich der konkreten Mädchenarbeit. Weiterhin gibt es durch den Wegfall der Landesförderung für Mädchenarbeit kaum noch Ressourcen, um beispielsweise landesweite Veranstaltungen zu mädchenspezifischen Themen, Vernetzungstreffen oder spezifische Fortbildungen und Weiterqualifizierung durchzuführen. 
Die Einführung des Programms“ Genderorientierung in der Jugendhilfeplanung“ hat nahezu keine Auswirkung auf die Mädchenarbeit. Obwohl die Idee des Gender Mainstreaming Ansätze „geschlechtsspezifischer Arbeit“ beinhaltet und benötigt, greift die aktuelle GenderMainstream- Diskussion die positiven Aspekte und das Potential der Mädchenarbeit nicht auf. Vielmehr bewirkt die Diskussion um die Benachteiligung von Jungen Kürzungen im Bereich der Projektarbeit mit Mädchen und fördert den Rechtfertigungsdruck für mädchenspezifische Inhalte. Notwendig im Sinne einer Gleichberechtigung der Geschlechter wäre jedoch ein Aufgreifen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der vorhandenen Ideen und Arbeitsweisen, wie sie in der Mädchenarbeit der vergangenen Jahre entwickelt wurden. 
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Bedarf an einer geschlechtergerechten Arbeit mit Mädchen weiterhin vorhanden ist. Allerdings ist durch die Erhebung ebenso deutlich geworden, dass sich die Bedingungen für die Mädchenarbeit in den letzten drei Jahren alarmierend verschlechtert haben. 
LAG Mädchenpolitik Niedersachsen .$ 0.t.hs.r.ily:"Times New Roman","serif"'> 
Einige Fakten: 

- Über 50 Prozent der Mädchen und jungen Frauen, die eine Lehre absolvieren, tun dies in einem der drei Lehrberufe Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Und das bei über 270 möglichen Lehrberufen in Österreich. 
- Die „typisch weiblichen“ Lehrberufe sind fast immer schlechter bezahlt, als die „typisch männlichen“ Lehrberufe. So verdient ein KFZ-Techniker bzw. eine KFZ-Technikerin (Mädchenanteil 1,9%) mind. 1022 € im letzten Lehrjahr, eine Friseurin bzw. ein Friseur (Mädchenanteil 94 %) hingegen nur 550 €. 
- Der Mädchenanteil an den Höheren Technischen Lehranstalten liegt im Durchschnitt bei 10% und lediglich 19% der Studierenden an technischen Hochschulen sind Frauen. 
- Auch die Konkurrenz in den „typischen Frauenberufen“ ist sehr groß; im Juli 2008 waren, von den beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Personen und Stellen, in Kärnten 101 Mädchen und ein Jungen auf der Suche nach einer Lehrstelle als FrieseurIn / SchönheitspflergerIn, demgegenüber standen 36 freie Stellen. 
Männer können oftmals schon beim Berufseinstieg auf gewachsene Seilschaften zurückgreifen, von denen Frauen, vor allem in männerdominierten Bereichen, ausgeschlossen sind. Mentoring setzt genau hier an: Wenn es um das Durchbrechen der gläsernen Decke, die Auseinandersetzung mit der eigenen Karriere oder den Einstieg in technisch-handwerkliche Berufe geht, unterstützen sich Frauen gegenseitig, indem sie Erfahrungen, Know-How und Kontakte zur Verfügung stellen. 
Das bringt Mentoring den Mädchen und jungen Frauen – MENTEES: 

- Beratung und Begleitung durch eine erfahrene Mentorin bei der eigenen Berufs- und Lebens-planung 
- Unterstützung bei der Entwicklung geeigneter Strategien für die Umsetzung des persönlichen Karriereplanes (z.B. beim Berufseinstieg) 
- Vernetzung und neue Kontakte zum zukünftigen Berufsbereich 
Das bringt Mentoring den beruflich erfolgreichen Frauen – MENTORINNEN: 
- Reflexion des und Auseinandersetzung mit dem eigenen beruflichen Werdegang im Mento-ring-Prozess 
- Vernetzung und Kontakte zu Frauen, die bereits in unterschiedlichsten Branchen erfolgreich tätig sind, sowie zu potenziellen Nachfolgerinnen 
- Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen zur Information und Weiterbildung 
START-Workshop für zukünftige Mentees 

26. September 2008 - von 14.00 – 18.00 Uhr im Mädchenzentrum Klagenfurt 
Karfreitstraße 8, 9020 Klagenfurt 
Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 25 Jahren haben im Rahmen dieses Workshops die Möglichkeit: 
- sich mit ihrer Berufs-, Karriere- und Lebensplanung auseinanderzusetzen, 
- ein Ziel zu finden, das sie in den kommenden Monaten erreichen wollen, 
- sich eine Mentorin auszusuchen, die sie dabei unterstützt.
http://www.advantage.at/default.aspx?SIid=2&LAid=1&ARid=3568
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